Fraubrunnenmoos

Exkursion Fraubrunnen Moos

18.04.2026

Exkursion Fraubrunnen Moos 18. April 2026
Treffpunkt Bahnhof Fraubrunnen. Viele Interessierte finden sich ein. Nach der kurzen Begrüssung wandern wir hinab zur Urtene. Die Landschaft ist ausgeräumt, intensive Landwirtschaft. Aber plötzlich ist das Trillern einer Feldlerche zu hören und kurz ist sie auch hoch in der Luft zu sehen! In der Urtene und an ihrem Ufer sind allerlei Wasserpflanzen zu sehen, unter anderen auch der Kleine Merk. Von unserer Exkursionsleiterin, Claudia Kuhnert, hören wir, dass die Urtene wegen der Landwirtschaft sehr belastet ist.

Bord mit Grossem Wiesenknopf

Erfreulich ist die Pflege des Bords. Der Grosse Wiesenknopf wird hier gefördert mit dem Ziel, den Wiesenknopf-Ameisenbläuling zu fördern. Dieser Schmetterling ist eine Symbiose mit den Ameisen eingegangen. Seine Eier legt er auf den Blättern des Grossen Wiesenknopfs ab. Die ausgeschlüpften Räuplein sondern einen Lockduft und einen süssen Saft ab, der die Ameisen anzieht und dazu veranlasst, das Räuplein ins Nest zu tragen. Dort ernährt sich das Räuplein frech von der Nachkommenschaft der Ameisen, bis der Schmetterling schlüpft. Dann muss es schnell gehen, sonst wird der Schmetterling zur Beute der Ameisen!

Wasserstelle
Inzwischen sind wir beim Naturschutzgebiet angekommen. Die Kiebitze zeigen zu unserer grossen Freude ihre Flugkünste. Allerdings ist auch eine grosse Anzahl Rabenkrähen da. Die haben es auf die Eier und die Küken der Kiebitze abgesehen, was den Bruterfolg der kleinen Kolonie arg dezimiert. Letztes Jahr sind vier Jungkiebitze flügge geworden, deren Nest gerade nicht im Schutzgebiet lag – vielleicht gerade deswegen sind sie den Krähen entgangen. Neben den Kiebitzen ist eine grosse Gruppe von etwa dreissig Kampfläufern, sowie Grünschenkel und Knäckenten zu beobachten.

Auffliegende Knäckenten

Fliegende Kiebitze

Das Gebiet ist ein wichtiger Rastplatz für Watvögel auf dem Zug. Zusätzlich ist es ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung. Nebst Fröschen sind auch der Fadenmolch und die Kreuzkröte hier zu Hause.
Der Weg vom Ackerland bis zum Naturschutzgebiet war ein langer. Claudia Kuhnert gibt uns einen kurzen Einblick in die langwierige und aufreibende Entstehungsgeschichte, an deren Anfang ein Landwirt stand, der etwas für die Kiebitze tun wollte.
Wir können uns kaum sattsehen und treten dann doch den Rückweg an.

Turmfalke

Unterwegs werden wir von einem Turmfalken beäugt, der uns geradezu Modell sitzt. Der Abschluss der Exkursion ist beim Beizlein am Bahnhof.

Text: Ruth Macauley
Bilder: Ruth Macauley, Peter Stebler und Chrsitine Spoehrle